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Weniger Mücken, mehr Lebensqualität: Pilotprojekt gegen die Tigermücke in Caslano

Die Gemeinde Caslano, ein Tourismusort am Luganersee im Sottoceneri, ist seit Jahren mit dem wachsenden Problem der Tigermücke in öffentlichen Räumen konfrontiert. In Zusammenarbeit mit Anticimex hat die Gemeinde ein Pilotprojekt mit drei Mückenfallen I-GARDEN Pro an ebenso vielen kritischen Standorten lanciert: Piazza Lago, Friedhof und Lido di Caslano.

Im Verlauf des Sommers 2025 wurden an allen drei Standorten Fänge verzeichnet, und das Personal des Lidos bestätigte eine spürbare Verbesserung der Aufenthaltsqualität in den Abendstunden. Darüber hinaus lieferte das Projekt der Gemeinde lokalisierte Monitoringdaten, ein Instrument, das die kantonalen Präventionsmassnahmen allein nicht boten.

Die Gemeinde Caslano: eine Seegemeinde zwischen touristischem Charme und ökologischen Herausforderungen

Caslano ist eine Seegemeinde mit rund 4’400 Einwohnern auf 278 m ü. M. am Ufer des Luganersees, in der Region Malcantone, Bezirk Lugano, Kanton Tessin. Das Gemeindegebiet erstreckt sich über eine Halbinsel, die in den See hinausragt. Überragt wird sie vom Monte Caslano (526 m ü. M.). Das Klima ist mild, die Sommer sind warm und feucht. Die prominenteste Piazza liegt direkt am Wasser, eine Besonderheit, die den touristischen Reiz des Ortes ausmacht.

Die Gemeinde bewirtschaftet öffentliche Infrastrukturen, Parkanlagen, Gärten, das Lido der Gemeinde, den Friedhof und zahlreiche Veranstaltungsorte. Jedes Jahr organisiert sie in Zusammenarbeit mit der Pro Caslano rund zehn Veranstaltungen zwischen Mai und Dezember, von der Festa delle Corti über die Festa del Pesce und Musikfestivals bis hin zum Oktoberfest.

Demetrio Lacava, Leiter Hochbau, koordiniert die Verwaltung der öffentlichen Gebäude, der Infrastrukturen und den Unterhalt der kommunalen Anlagen. «Für die Gemeinde ist es wichtig, Instrumente prüfen zu können, die zur Verbesserung der Lebensqualität der Bevölkerung beitragen, gerade in den Sommermonaten, und die öffentlichen Räume nutzbarer und komfortabler machen», erklärt Lacava.

Doch genau die Eigenschaften, die Caslano für Touristen und Einwohner attraktiv machen, schaffen auch einen besonders günstigen Lebensraum für die Tigermücke: die Nähe zum Wasser, das üppige Grün, die hohe Bevölkerungsdichte (über 1’500 Einwohner pro km²) und die lang anhaltenden sommerlichen Temperaturen.

Die Tigermücke im Tessin: ein wachsendes Problem mit wenigen direkten Lösungsansätzen

Die Tigermücke (Aedes albopictus) ist eine invasive Art aus Südostasien und eine der drängendsten ökologischen Herausforderungen für die Gemeinden im Kanton Tessin. Über die Gotthardroute aus Italien eingewandert, hat sie sich ab den 2000er-Jahren schrittweise im Tessiner Gebiet ausgebreitet. Das gemässigte Klima und die zahlreichen feuchten Mikrohabitate bieten ideale Bedingungen für ihre Fortpflanzung.

Im Unterschied zu einheimischen Mückenarten ist die Tigermücke auch tagsüber aktiv, sticht aggressiv und wiederholt und kann schwere Krankheiten wie Dengue, Chikungunya und Zika übertragen. Ihre Präsenz beeinträchtigt die Aufenthaltsqualität im Freien erheblich und stellt ein gesundheitliches Risiko dar. Die Schweizer Behörden begegnen dem mit gezielten Überwachungsprogrammen.

Auf kantonaler Ebene koordiniert die SUPSI (Fachhochschule der italienischen Schweiz) ein Monitoring-Programm auf Basis von Ovifallen und Larvizidbehandlungen in öffentlichen Strassenschächten. Die Gemeinden verteilen zudem Informationsmaterial an die Bevölkerung sowie kostenlose Larvizidprodukte zur Behandlung von stehendem Wasser auf privaten Grundstücken.

In der Schweiz verbietet die Bundesgesetzgebung den Einsatz von Insektiziden im Freien. Die Möglichkeiten der direkten Bekämpfung adulter Mücken sind damit erheblich eingeschränkt. Die verfügbaren Massnahmen bleiben überwiegend präventiv und setzen beim Larvenstadium an: Beseitigung von Wasseransammlungen, Anwendung biologischer Larvizide wie Bacillus thuringiensis israelensis (Bti) sowie Sensibilisierung der Bevölkerung. Bti ist ein natürlich vorkommendes Bodenbakterium, das für Mückenlarven toxische Proteine produziert, ohne Auswirkungen auf Menschen, Säugetiere oder Nützlinge.

Diese Massnahmen sind grundlegend für die Eindämmung der Vermehrung der Tigermücken. In stark frequentierten Bereichen, wo der Kontakt zwischen adulten Mücken und Menschen unvermeidlich ist, bieten sie jedoch keine direkte Lösung.

In Caslano verlängern die Nähe zum See, das üppige Grün und die günstigen Temperaturen die kritische Saison von April bis November. «Das Mückenproblem wirkt sich auf die Lebensqualität aus, insbesondere während der Sommersaison, wenn die Aussenräume intensiv genutzt werden», bestätigt Lacava. «Für die Gemeindeverwaltung bedeutet das auch, Meldungen und Anfragen der Bevölkerung zu bearbeiten und gleichzeitig Präventions- und Informationsmassnahmen zu koordinieren.»

Von Prävention zur Intervention: Warum ein ergänzender Ansatz gegen die Tigermücke nötig ist

Die Gemeinde Caslano musste bei der Bekämpfung der Tigermücke nicht bei Null anfangen. Die langjährige Zusammenarbeit mit der SUPSI gewährleistete bereits ein regelmässiges Monitoring mittels Ovifallen und Larvizidbehandlungen. Allerdings lieferten diese Massnahmen Daten zur Eiablage, nicht zum tatsächlichen Befallsdruck durch adulte Mücken in den von der Bevölkerung genutzten Räumen. Es fehlte ein Instrument, das direkt in den Hotspots wirkt und gleichzeitig lokalisierte operative Daten liefert.

Anticimex, bereits Partner der Gemeinde für andere Dienstleistungen im Bereich der Schädlingsbekämpfung (Nagetierbekämpfung, Fallen in öffentlichen Gebäuden), brachte den Vorschlag für das Pilotprojekt ein. Aris Leandri, Schädlingsbekämpfer bei Anticimex und zuständig für das Gebiet, stellte die Mückenfalle I-GARDEN Pro als ergänzende Lösung vor. Das Gerät fängt Mücken im Aussenbereich ohne Insektizide und ist daher mit der Bundesgesetzgebung vereinbar.

«Wir waren daran interessiert, innovative Lösungen zu prüfen, die unsere bestehenden Präventionsmassnahmen ergänzen könnten», erklärt Lacava. «Der Vorschlag, an einem Pilotprojekt teilzunehmen, erschien uns als gute Gelegenheit, einen technologischen und strukturierten Ansatz zur Bewältigung des Problems zu testen.»

Die Anticimex-Methode auf die Mückenbekämpfung im Freien angewandt

Das Pilotprojekt von Anticimex in Caslano folgte der Anticimex-Methode, dem strukturierten Ansatz des Unternehmens im Schädlingsmanagement. Sie basiert auf den Grundsätzen des Integrierten Schädlingsmanagements (IPM, Integrated Pest Management) und gliedert sich in vier zyklische Phasen: Inspektion, Monitoring, Prävention und Intervention. Ziel ist es, Befallsrisiken frühzeitig zu erkennen und durch ökologisch nachhaltige Massnahmen zu reduzieren, bei minimalem Einsatz toxischer Substanzen.

In der Inspektionsphase führte Aris Leandri, Schädlingsbekämpfer bei Anticimex, eine Begehung des Gemeindegebiets durch und dokumentierte die Situation fotografisch. «Ich habe drei kritische Punkte ausgewählt, die sich aus dem Zusammentreffen von Grünflächen, Wasser und Personenaufkommen ergeben», erklärt Leandri. «Die Anzahl war begrenzt, da es sich um ein Pilotprojekt handelte, aber die Auswahlkriterien sind dieselben, die wir bei jeder Dimensionierung anwenden.»

Die Bewertung stützte sich auch auf die Daten der SUPSI, die im Gemeindegebiet bereits rund zehn kritische Punkte mittels Ovifallen identifiziert hatte. Drei Hotspots wurden für das Pilotprojekt ausgewählt: Piazza Lago (direkte Seelage, Austragungsort sommerlicher Veranstaltungen), der Friedhof (systematisches Vorkommen von stehendem Wasser in Blumenvasen) und das Lido di Caslano (öffentlicher Betrieb mit ständig anwesendem Personal und Publikum).

Nach der Festlegung der Standorte stellte sich die Frage, wie Monitoring, Prävention und Intervention gleichzeitig in offenen öffentlichen Räumen umgesetzt werden können. Die weiteren Phasen der Anticimex-Methode, Monitoring, Prävention und Intervention, fallen in diesem Fall in einem einzigen Gerät zusammen: der Mückenfalle I-GARDEN Pro.

Für den Aussenbereich konzipiert, arbeitet sie mit einem kombinierten Anlockungssystem: Eine CO₂-Flasche simuliert die menschliche Atmung, ein spezifisches Pheromon erhöht die Wirksamkeit. Die Mücken werden physisch gefangen, ganz ohne Insektizide. In der Schweiz ist das ein entscheidender Aspekt, denn die Bundesgesetzgebung verbietet chemische Behandlungen im Freien.

Jede Einheit deckt eine Fläche von rund 50 m² ab, mit abnehmender Wirksamkeit zu den Rändern hin, vergleichbar mit einer schützenden «Kuppel». Anders als beim klassischen Zyklus, bei dem die Interventionsphase erst beim Überschreiten einer kritischen Schwelle einsetzt, wirkt die Mückenfalle I-GARDEN Pro kontinuierlich: Sie verhindert den Populationsaufbau und fängt gleichzeitig, wodurch Monitoring, Prävention und Kontrolle zu einem einzigen, ununterbrochenen Prozess über die gesamte Betriebssaison werden.

Installation und Logistik der Mückenfallen I-GARDEN Pro

Die Installation der drei Mückenfallen I-GARDEN Pro folgte fünf Phasen: Begehung, Identifikation der Standorte, Aufstellung der Geräte, periodische Kontrollen und Datenerfassung. Der gesamte Prozess, von der ersten Bewertung bis zur Inbetriebnahme, nahm rund einen Monat in Anspruch.

Ein zentrales Element war die logistische Zusammenarbeit mit der Gemeinde bei der Stromversorgung. An der Piazza Lago ermöglichten die versenkbaren Stromsäulen, die für sommerliche Veranstaltungen genutzt werden, einen relativ einfachen Anschluss. An anderen Standorten erwies sich die Frage als komplexer: Laut Lacava verfügt mehr als die Hälfte der potenziellen Installationspunkte im Gemeindegebiet über keinen leicht zugänglichen Stromanschluss. Diese technische Anforderung stellt die grösste logistische Einschränkung für eine allfällige Ausweitung des Projekts dar.

Die Ästhetik der Fallen spielte im Kontext des touristisch genutzten öffentlichen Raums eine wichtige Rolle. Dank ihres kompakten Formats (ca. 30 × 40 cm) und der Möglichkeit, eine Pflanze zu integrieren, wurden die Mückenfallen I-GARDEN Pro eher als Pflanzgefässe wahrgenommen als technische Geräte. «Der Eindruck war nicht stark, nicht so auffällig», berichtet Lacava. «Auch die Bauform der Fallen, die an Blumentöpfe erinnert, hat keinerlei Probleme oder Beeinträchtigungen verursacht.»

Während der Betriebssaison (Ende Juni bis September) führte Leandri regelmässige Kontrollen durch: Überprüfung des CO₂-Füllstands, Austausch des Pheromons und Dokumentation der Fänge. «Wir haben einen Partner gefunden, der offen für den Dialog und aufmerksam gegenüber den Bedürfnissen des Gebiets ist», fasst Lacava zusammen.

Bestätigte Fänge, verbesserte Aufenthaltsqualität: die Ergebnisse des Pilotprojekts

Das Pilotprojekt hat, den Phasen der Anticimex-Methode folgend, die operative Tauglichkeit der Mückenfalle I-GARDEN Pro in einem realen kommunalen Umfeld bestätigt. An allen drei überwachten Standorten lieferte es übereinstimmende qualitative Ergebnisse.

Das primäre Ziel des Pilotprojekts war nicht, definitive Statistiken zu liefern, sondern zu überprüfen, ob die Technologie im Feld funktioniert und einen spürbaren Nutzen erzielt. In beiden Punkten fielen die Ergebnisse positiv aus. Alle drei Fallen verzeichneten über die gesamte Betriebssaison (Ende Juni bis September 2025) Fänge.

Die aussagekräftigste Rückmeldung kam vom Lido di Caslano, dem einzigen Standort mit ständig anwesendem Personal und Publikum. Der Betriebsleiter und die Mitarbeitenden berichteten von einer spürbaren Reduktion der Stiche während der abendlichen Arbeitsstunden, also dem Zeitpunkt der höchsten Aktivität der Tigermücke.

«Die Besucher des Lidos haben eine Verbesserung gegenüber dem Vorjahr bestätigt», bekräftigt Lacava. Auf institutioneller Ebene hat das Projekt einen Mehrwert generiert, den die Ovifallen der SUPSI allein nicht lieferten: lokalisierte Monitoringdaten zu adulten Mücken an spezifischen Punkten im Tessiner Gebiet. Diese Daten bilden eine nützliche Grundlage für die künftige Planung von Eindämmungsmassnahmen.

An den Standorten Friedhof und Piazza Lago erschwerte das Fehlen eines ständigen Publikums die direkte Erhebung von Rückmeldungen, doch die registrierten Fänge bestätigen die Funktionsfähigkeit der Fallen auch dort.

FAQs Mückenfalle I-GARDEN Pro